Und was ist dein Pratyahara?

Das Gefühl, mir ist alles zu viel, zu laut, zu schnell. Die Stadt, die Arbeit, all die Menschen. Man hat das Bedürfnis, weg zu fahren, fliegen, auf eine einsame Insel, oder, als Münchner, raus in die Berge auf eine einsame Hütte.

Diese Sehnsucht nach Natur und Abgeschiedenheit wird immer größer in uns, aber was ist es eigentlich, dass wir so dringend brauchen? Beziehungsweise: nicht brauchen?

Da es leider nicht immer, wenn dieses “zu-viel” auftritt möglich ist, Urlaub zu nehmen und durch räumliche, geografische Distanz “Abstand” zu gewinnen, empfehle ich euch: Pratyahara -und das Gute: ihr macht es vermutlich schon!

Das, wonach wir, beziehungsweise unser Körper nämlich eigentlich verlangt, ist Ruhe. Und zwar auf allen Kanälen, meint: allen unseren Sinnesorganen.

Und das ist Pratyahara: das Zurückziehen der Sinne nach Innen 

Bestimmt hat jeder von euch bereits unbewusst seine Form von Pratyahara gefunden und praktiziert es regelmäßig. Das kann Bahnen schwimmen im Hallenbad sein, ohne Musik, ohne viel zu sehen, ausser den Boden des Schwimmbecken.. Rad fahren, raus aus der Stadt, die Augen starr und ruhig auf den Asphalt vor sich richten, die Bewegungen des Körpers sowohl beim Schwimmen als auch Radfahren gleichförmig und monoton. Seinen Sinnesorganen eine Auszeit der alltäglichen Reizüberflutung gönnen, darum geht es.

Was auch immer deine Form von Pratayahara ist -mach weiter damit, mach es zu einem bewussten Bestandteil deines Alltags und zelebriere es.

Nie war es wichtiger als heute in unserer Gesellschaft, sich von Zeit zu Zeit “raus” zu nehmen, mit sich zu sein und Kraft zu tanken, indem du dich “in dich” zurückziehst. 

Pratyahara, die Sinnesanbindung ans Innere, wurde bereits vor über 4000. Jahren als einer von acht Gliedern auf dem Weg zum Yoga benannt. (Patanjali Yogasutra 2.29)

Seinen Innenleben neue Kraft geben, sich stärken (Patanjali Yogasutra 2.54) -wer möchte das nicht?

 

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